

Die Universität Bielefeld ist in einem fokussierten Spektrum disziplinenübergreifender Felder der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie der Natur- und Technikwissenschaften eine der forschungsstärksten Universitäten in Deutschland. In der Exzellenzinitiative setzte sie sich 2007 mit dem Cluster Cognitive Interaction Technology (CITEC) und der Bielefeld Graduate School in History and Sociology (BGHS) durch.
Die Forschungsstärke spiegelt sich auch in den Platzierungen wider, die sich aus dem DFG-Förderranking von 93 Universitäten ergeben: In den Geistes-und Sozialwissenschaften nimmt die Universität Bielefeld im Vergleich der eingeworbenen Drittmittel pro Professur mit Rang 5 einen Spitzenplatz ein. Dies gilt nach eigenen Berechnungen auf der Grundlage der DFG-Daten auch für die Lebenswissenschaften (Rang 4) bei den pro Professur eingeworbenen Mitteln und die Ingenieurwissenschaften mit ihrem Schwerpunkt Informatik (Rang 3) bei den pro Professur eingeworbenen Mitteln. In den Naturwissenschaften liegt die Universität Bielefeld auf Rang 22 bei den pro Professur eingeworbenen Mitteln. In der Mathematik lässt sich der größenrelativierte Rangplatz anhand des DFG-Datenmaterials nicht errechnen; absolut belegt sie Rang 6. Im Hochschulranking 2010/2011 des renommierten britischen Magazins "Times Higher Education" hat die Universität Bielefeld das beste Ergebnis aller Hochschulen Nordrhein-Westfalens erzielt. Sie ist in Deutschland die Nummer 8 und kommt auf Platz 67 in Europa.
In fünf Profilfeldern wird im Rahmen hochkarätiger Verbundforschungsprojekte und zentraler wissenschaftlicher Einrichtungen, aber auch gezielter Drittmitteleinzelförderung Forschung und Nachwuchsförderung auf internationalem Spitzenniveau betrieben.
Theories and Methodologies in the Humanities and Social Sciences
Schon die Gründergeneration der Universität hatte die Vision einer engen Zusammenarbeit zwischen der Geschichtswissenschaft und der Soziologie. Ein Fokus auf theoretische und methodologische Fragen hat die Disziplinen seither einander nahe gebracht. Die Bielefelder Sozialgeschichte, Forschungen zur Historischen Semantik sowie die Systemtheorie sind dabei zu Markenzeichen geworden. Die Einrichtung der gemeinsamen Bielefeld Graduate School in History and Sociology (BGHS) war 2007 ein wichtiger Schritt zur nachhaltigen Intensivierung des interdisziplinären Zusammenwirkens. Mit der Exzellenzcluster-Initiative Communicating Comparisons: From the Onset of Modernity to World Society geben sich Geschichte und Soziologie ein gemeinsames Forschungsprogramm und erweitern die interdisziplinäre Zusammenarbeit um eine Kooperation mit der Rechtswissenschaft und der Philosophie.
Human Development, Conflict and Violence
An dem Profilschwerpunkt sind neben den Erziehungswissenschaften und der Psychologie noch Geschichtswissenschaft, Literaturwissenschaft, Rechtswissenschaft, Gesundheitswissenschaften, Philosophie und Theologie sowie das international renommierte interdisziplinäre Institut für Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) beteiligt. Er befasst sich mit den komplexen Vorgängen menschlicher Entwicklung und umfasst dabei die Entwicklung des Kindes, aber auch die sozialer Zusammenhänge und Institutionen, die menschliches Dasein in verschiedenen Gesellschaften und Kontexten prägen. Die komplexe Struktur des Schwerpunkts macht Ursachen und Folgen individueller Schädigung und Zerstörung in privaten wie öffentlichen Institutionen durch kollektive ethnisch-kulturelle, religiöse, politische und institutionelle Gewalt der interdisziplinären und international orientierten Forschung zugänglich.
Interactive Intelligent Systems
Hier geht es um ein besseres Verständnis der Mechanismen, die es Menschen, Tieren und künstlichen Systemen erlauben, sich autonom in komplexen Umwelten zu verhalten und miteinander zu kommunizieren. Im Zentrum der Forschung, die von der Informatik, Biologie, Psychologie, Sportwissenschaft, Linguistik und Physik getragen wird, stehen derzeit vier Schlüsselfelder: Bewegungsintelligenz, Aufmerksamkeit, situierte Kommunikation sowie Gedächtnis und Lernen. Primär geht es um Grundlagenforschung, die jedoch die Anwendung im Blick hat und zur Entwicklung von Prototypen führen soll. Es finden intensive Kooperationen mit nationalen und internationalen Industriepartnern (z.B. Miele, Bertelsmann, Honda), aber auch mit starken Partnern im Gesundheitsbereich statt. Im Zentrum dieses Forschungsschwerpunkts steht der 2007 bewilligte Exzellenzcluster Cognitive Interaction Technology (CITEC).
In diesem breiten Feld hat sich die Universität mit einem fokussierten Profil an den Schnittstellen zwischen Physik, Chemie, Biologie und Bioinformatik national und international deutlich sichtbar positioniert. Die aktuellen Forschungsschwerpunkte reichen von Nanoschichten und Einzelmolekülprozessen bis hin zu bakteriellen, pflanzlichen und tierischen Zellen. Sie werden durch interdisziplinäre Kooperationen getragen und sind teilweise am Center for Biotechnology (CeBiTec) angesiedelt. Auch wenn es in diesem Profilfeld v.a. um grundlagenorientierte Spitzenforschung geht, führte diese immer auch zu hochkarätigen Industriekooperationen, z.B mit den Unternehmen E.ON, Miele, Schüco International und Siemens.
Enge Kooperationen zwischen Mathematik, theoretischer Physik und Wirtschaftswissenschaften (insbesondere das Institut für Mathematische Wirtschaftsforschung, IMW) haben in Bielefeld eine lange Tradition, die sich in einer Reihe von großen Kooperationsprojekten manifestiert. Darüber hinaus arbeiten – und das ist deutschlandweit wohl einmalig – „reine“ und „angewandte“ Mathematiker im Rahmen eines DFG-Sonderforschungsbereichs intensiv zusammen. Wichtige gegenwärtige Forschungsfelder der Theoretical Sciences sind spektrale Strukturen und topologische Methoden, Stochastik und Modellierung realer Systeme, ökonomisches Verhalten und Interaktionsmodelle sowie die Theorie von Quantenfeldern und stark interagierender Materie.
Quer zu den fünf Profilschwerpunkten gibt es weitere starke Forschungsbereiche und interdisziplinäre Profilierungskerne wie etwa die hoch entwickelte Geschlechterforschung, institutionalisiert am Interdisziplinären Zentrum für Frauen-und Geschlechterforschung (IFF), oder die international sichtbare Wissenschaftsforschung, institutionalisiert am Institut für Wissenschafts-und Technikforschung (IWT). Die Strategie der interdisziplinären Vernetzung in und zwischen den Forschungsschwerpunkten hat zu dynamischen, integrativen Forschungsstrukturen geführt. Kein Bereich, auch nicht die in Bielefeld kleinen Fächer, ist per se von solchen zukunftsweisenden Entwicklungen abgekoppelt.
Mit dem Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) verfügt die Universität Bielefeld von Beginn an über ein Institute for Advanced Study, das über Deutschland hinaus zu den renommiertesten und erfolgreichsten Instituten seiner Art gehört. Als programmatischer Nukleus der Universität 1968 gegründet, folgt das ZiF bis heute seinem Gründungsauftrag, innovative und interdisziplinäre Forschungsprojekte durchzuführen. Im Gegensatz zu anderen derartigen Instituten in Deutschland fördert das ZiF ausschließlich kooperative Forschungsprojekte. Das ZiF ist international hoch attraktiv: Es zieht jährlich allein 300 internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Tagungen und Workshops an. In den verschiedenen ZiF-Förderformaten sind internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit 65% stark vertreten. Das ZiF kann auf eine beachtliche Erfolgsbilanz verweisen: ZiF-Projekte gaben wichtige Impulse zur Entwicklung interdisziplinärer Themenfelder und waren häufig Wegbereiter für größere Verbundforschungsprojekte an der Universität Bielefeld. Vier spätere Nobelpreisträger haben im Rahmen von Forschungsgruppen am ZiF gearbeitet und ihre Theorien u.a. hier entwickelt (Myerson, Selten, Harsanyi, Ostrom).
http://www.uni-bielefeld.de/zif/
Zur Erzeugung von Synergien und zur Steigerung der Effizienz sind an der Universität Bielefeld wesentliche Teile der Forschungsinfrastruktur bereichsübergreifend organisiert und vernetzt. Dies wird durch das kompakte Universitätsgebäude stark begünstigt.
Die Universitätsbibliothek gehört laut einschlägigen Rankings und Wettbewerben zu den besten und innovativsten Bibliotheken Deutschlands – im Hinblick auf die Zufriedenheit der Nutzerinnen und Nutzer, aber auch mit Blick auf ihre Vorreiterrolle in den Bereichen digitale Wissenschaftskommunikation, elektronisches Publizieren, ‘Open Access‘, eLearning, eScience, wissenschaftliche Datenservices und Suchmaschinentechnologien.
Gemeinsam mit der Bibliothek baut die Universität zurzeit in Kooperation u.a. mit dem CeBiTec, dem CITEC, dem Zentrum für Statistik und dem Datenservicezentrum für Betriebs- und Organisationsdaten eine zukunftsweisende Dateninfrastruktur auf.
In Bereichen der Natur- und Technikwissenschaften bis hinein in die Linguistik und Psychologie wurden vernetzte Technologieplattformen aufgebaut: Beispiele sind die Bioinformatics Resource Facility (CeBiTec); eine von Forschungsgruppen aus Physik, Chemie und Biologie betriebene Hightech-Mikroskopie-Plattform für Nanoimaging & Nanoengineering sowie das CITEC Central Lab.
|
|
Sonderforschungsbereiche (SFB) sind langfristig angelegte Forschungseinrichtungen der Hochschulen, in denen Wissenschaftler im Rahmen eines Fächer übergreifenden Forschungsprogramms zusammenarbeiten. Zu den Aufgaben gehört auch die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Die Sonderforschungsbereiche werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert. Die Dauer der Förderung beträgt in der Regel bis zu 12 Jahren, wobei eine Förderperiode drei bzw. vier Jahre umfasst. |
| beteiligte Fakultäten | ||
| SFB 584: Das Politische als Kommunikationsraum in der Geschichte (seit 01.07.2001) |
Fakultät für Geschichts- wissenschaft, Philosophie und Theologie |
|
| SFB 613: Physik von Einzelmolekülprozessen und molekularer Erkennung in organischen Systemen (seit 01.01.2002) |
Fakultät für Physik, Fakultät für Chemie und Fakultät für Biologie | |
| SFB 701: Spektrale Strukturen und Topologische Methoden in der Mathematik (seit 01.07.2005) |
Fakultät für Mathematik | |
| SFB 673: Alignment in Communication (seit 01.07.2006) |
Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft sowie Technische Fakultät | |
| SFB 882: Von Heterogenitäten zu Ungleichheiten (seit 01.07.2011) |
Fakultät für Soziologie, Fakultät für Erziehungs- wissenschaft, Fakultät für Gesundheitswissenschaft, Fakultät für Rechtswissen- schaft, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Universitätsbibliothek Bielefeld, Deutsches Institut für Wirtschafts- forschung Berlin, Institut für Psychologie, Universität Erlangen-Nürnberg | |
| Beteiligung an Sonderforschungsbereichen: | ||
| SFB 686 - Modellbasierte Regelung der homogenisierten Niedertemperatur-Verbrennung (seit 2006) | Fakultät für Chemie, RWTH Aachen |
|
| abgeschlossene Sonderforschungsbereiche der Universität Bielefeld | |
| SFB's bundesweit, DFG-Übersicht |
|
|
In Forschergruppen schließen sich Wissenschaftler meist einer Hochschule zusammen, die über mehrere Jahre gemeinsam an einem speziellen Forschungsthema arbeiten. Ziel ist dabei vor allem, neue, noch nicht etablierte Forschungsrichtungen, einzuführen. Viele dieser Forschergruppen werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. |
| FOR 945 Nanomagnete (seit Juli 2008) | |
| Deutsche französische Forschergruppe: Anharmonizität und nichtadiabatische Kopplungen (seit Juli 2008) | |
| Forschergruppen bundesweit - Übersicht der DFG | |
| Beteiligung an transregionalen Forschergruppen | |
| FOR 804 Retrograde signaling in plants Federführung: Humboldt-Universität zu Berlin Beteiligt: Fakultät für Biologie, Prof. Dr. K.-J. Dietz |
|
| FOR 1232 Reduction of Phenotypic Plasticity in Behavior by Early Experience: Functional Consequences of an Adaptive Mechanism? Federführung: Universität Bielefeld Beteiligt: Fakultät für Biologie, Prof. Dr. Hans-Joachim Bischof, Prof. Dr. Caroline Müller, Prof. Dr. Klaus Reinhold, Prof. Dr. Fritz Trillmich weitere beteiligte Universitäten: Universität Münster, Universität Potsdam |
|
|
|
Graduiertenkollegs sind befristete Einrichtungen der Hochschulen zur Förderung des graduierten wissenschaftlichen Nachwuchses. Hier erhalten Doktoranden die Möglichkeit, ihre Dissertation im Rahmen eines koordinierten, von mehreren Hochschullehrern möglichst mehrerer Fachbereiche getragenen Forschungsprogramms durchzuführen. Das zusätzliche Angebot eines systematisch angelegten Studienprogramms gewährleistet zudem ein breiteres Verständnis für den jeweiligen Wissenschaftszweig. Graduiertenkollegs werden in der Regel ebenfalls von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. |
| 844/3: Weltbegriffe und globale Strukturmuster. Ausdifferenzierung und funktionale Diversifikation der Weltgesellschaft (seit 01.04.2003 bis 30.09.2007); Weltgesellschaft - Die Herstellung und Repräsentation von Globalität (ab 01.10.2007 bis 31.03.2012) |
|
| 884/3: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit: Ursachen, Phänomenologie, Konsequenzen (seit 01.01.2004 bis 31.12.2012) |
|
| Graduiertenkollegs bundesweit, DFG-Übersicht |
|
|
| 881/3: Internationales Graduiertenkolleg Quantum Fields and Strongly Interacting Matter (seit 01.10.2003 bis 30.09.2012) |
|
| 1132/2: Internationales Graduiertenkolleg Stochastics and Real World Models (seit 01.01.2006 bis 31.12.2014) |
|
| 1134/2: Internationales Graduiertenkolleg EBIM - Economic Behavior and Interaction Models (seit 01.04.2005 bis 31.03.2014) |
|
| Graduiertenkollegs bundesweit, DFG-Übersicht |
|
|
Graduate Schools tragen langfristig zur Strukturbildung in Forschung und Lehre bei. In Promotionsstudiengängen mit intensiver Betreuung wird Post-Graduates eine eng an Forschungsschwerpunkte angelehnte Qualifizierung geboten. Veranstaltungen werden überwiegend in Englisch durchgeführt, um die internationale Ausrichtung der Graduate Schools zu unterstützen. |
| International Graduate School in Bioinformatics and Genome Research (seit 2001) | |
| Bielefeld Graduate School for Economics and Management - BIGSEM (seit 2001) | |
| International Graduate School of Chemistry and Biochemistry Bielefeld | |
| CoR-Lab Graduate School for Cognition and Robotics (seit 2007) | |
| Graduate School in History and Sociology - BGHS (in der Exzellenzinitiative 2007 bewilligt) | |
| Graduate School Cognitive Interaction Technology (seit 2008) | |
| CLIB-Graduate Cluster Industrial Biotechnology (seit 2009) gemeinsam getragen von drei CLIB2021-Mitgliedsuniversitäten, und zwar der Universität Bielefeld, der Technischen Universität Dortmund sowie der Universität Düsseldorf |
|
| International NRW Research School Education and Capabilities (seit 2009) gemeinsam getragen von Sozial- und Geisteswissenschaftlern der Universität Bielefeld und der Technischen Universität Dortmund |
|
| Graduate School Bioinformatics of Signal Networks | |
| Bielefelder Graduiertenschule für Linguistik und Literaturwissenschaft (seit 2010) |