

Die Universität Bielefeld wurde 1969 als "Forschungsuniversität" mit einem begrenzten Fächerkanon (Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften) gegründet. Weitere "Strukturmerkmale" lagen in der Betonung der Einheit von Forschung und Lehre, fachübergreifender Verflechtung sowie interdisziplinärer Forschung. In den 80er Jahren ergänzte die Universität ihr Ensemble grundlagenorientierter Fächer gezielt um anwendungsorientierte Disziplinen (Technische Fakultät, Gesundheitswissenschaften), um die fachübergreifende Forschung und Lehre zu fördern.
Diesem Ziel dienen auch besondere Strukturen, so das "Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF)" sowie (zeitlich befristete) Zentrale Wissenschaftliche Einrichtungen, Sonderforschungsbereiche, Forschungsverbünde, Forschergruppen und Graduiertenkollegs.
Interdisziplinarität ist eines der wesentlichen Leitbilder der Universität, das die hohe Leistungsfähigkeit der wissenschaftlichen Disziplinen für die Bearbeitung komplexer Problemfelder über ihre Grenzen hinaus beschreibt. Dies erfordert nicht nur die Konzentration von universitätsinternen Ressourcen, sondern auch finanzielle Förderung durch "Dritte" in erheblichem Umfang. Konsequenterweise entwickelt die Universität Bielefeld ihr interdisziplinäres Forschungsprofil insbesondere im Zusammenhang mit Sonderforschungsbereichen, Graduiertenkollegs und institutionalisierten Forschungsschwerpunkten. Das Spannungsfeld zwischen theorieorientierter Grundlagenforschung und probleminduzierter Anwendungsorientierung spiegelt sich in großen wissenschaftlichen Verbundvorhaben.
Vier Sonderforschungsbereiche verstärken und ergänzen die Forschungsaktivitäten: SFB 584 "Das Politische als Kommunikationsraum in der Geschichte", SFB 613 "Physik von Einzelmolekülprozessen und molekularer Erkenntnis in organischen Systemen", SFB 673 "Alignment in Communication", SFB 701 "Spektrale Strukturen und Topologische Methoden in der Mathematik".
Darüber hinaus konnte die Universität Bielefeld in der Exzellenzinitiative 2007 die Gutachter mit dem Bielefelder Cluster (Verbund) "Cognitive Interaction Technology" überzeugen.
Derzeit verbinden 10 Graduate Schools und 8 Graduiertenkollegs Forschungsschwerpunkte und die Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf hohem Niveau.
Neben fachinternen Schwerpunkten der Fakultäten und Einrichtungen der Universität Bielefeld sind unter anderem folgende fakultäts- oder einrichtungs- sowie fachübergreifende zentrale Schwerpunktsetzungen von der Universität strategisch vorangebracht worden:
Interdisziplinäre Aspekte der Weiterentwicklung der biomedizinischen Grundlagenforschung
Genomforschung
Mathematik und Mathematisierung
Computersimulation von Materie unter extremen Bedingungen
Kognitionswissenschaft
Rechtsetzung und Rechtsanwendung im Zeichen der Globalisierung
Globalisierung und Weltgesellschaft
Probleme der sozialen Integration und Desintegration
Soziale Ressourcen Forschung
Interdisziplinäre Vermittlung zwischen Wissenschaft, Technik und Öffentlichkeit
(Public Understanding of Science)
Technikfolgenabschätzung
Risiko- und Umweltforschung
Frauen und Geschlechterforschung
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Sonderforschungsbereiche (SFB) sind langfristig angelegte Forschungseinrichtungen der Hochschulen, in denen Wissenschaftler im Rahmen eines Fächer übergreifenden Forschungsprogramms zusammenarbeiten. Zu den Aufgaben gehört auch die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Die Sonderforschungsbereiche werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert. Die Dauer der Förderung beträgt in der Regel bis zu 12 Jahren, wobei eine Förderperiode drei bzw. vier Jahre umfasst. |
| beteiligte Fakultäten | ||
| SFB 584: Das Politische als Kommunikationsraum in der Geschichte (seit 01.07.2001) |
Fakultät für Geschichts- wissenschaft, Philosophie und Theologie |
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| SFB 613: Physik von Einzelmolekülprozessen und molekularer Erkennung in organischen Systemen (seit 01.01.2002) |
Fakultät für Physik, Fakultät für Chemie und Fakultät für Biologie | |
| SFB 701: Spektrale Strukturen und Topologische Methoden in der Mathematik (seit 01.07.2005) |
Fakultät für Mathematik | |
| SFB 673: Alignment in Communication (seit 01.07.2006) |
Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft sowie Technische Fakultät | |
| Beteiligung an Sonderforschungsbereichen: | ||
| SFB 686 - Modellbasierte Regelung der homogenisierten Niedertemperatur-Verbrennung (seit 2006) | Fakultät für Chemie, RWTH Aachen |
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| abgeschlossene Sonderforschungsbereiche der Universität Bielefeld | |
| SFB's bundesweit, DFG-Übersicht |
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In Forschergruppen schließen sich Wissenschaftler meist einer Hochschule zusammen, die über mehrere Jahre gemeinsam an einem speziellen Forschungsthema arbeiten. Ziel ist dabei vor allem, neue, noch nicht etablierte Forschungsrichtungen, einzuführen. Viele dieser Forschergruppen werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. |
| FOR 945 Nanomagnete (seit Juli 2008) | |
| Deutsche französische Forschergruppe: Anharmonizität und nichtadiabatische Kopplungen (seit Juli 2008) | |
| Forschergruppen bundesweit - Übersicht der DFG | |
| Beteiligung an transregionalen Forschergruppen | |
| FOR 804 Retrograde signaling in plants Federführung: Humboldt-Universität zu Berlin Beteiligt: Fakultät für Biologie, Prof. Dr. K.-J. Dietz |
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| FOR 1232 Reduction of Phenotypic Plasticity in Behavior by Early Experience: Functional Consequences of an Adaptive Mechanism? Federführung: Universität Bielefeld Beteiligt: Fakultät für Biologie, Prof. Dr. Hans-Joachim Bischof, Prof. Dr. Caroline Müller, Prof. Dr. Klaus Reinhold, Prof. Dr. Fritz Trillmich weitere beteiligte Universitäten: Universität Münster, Universität Potsdam |
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Graduiertenkollegs sind befristete Einrichtungen der Hochschulen zur Förderung des graduierten wissenschaftlichen Nachwuchses. Hier erhalten Doktoranden die Möglichkeit, ihre Dissertation im Rahmen eines koordinierten, von mehreren Hochschullehrern möglichst mehrerer Fachbereiche getragenen Forschungsprogramms durchzuführen. Das zusätzliche Angebot eines systematisch angelegten Studienprogramms gewährleistet zudem ein breiteres Verständnis für den jeweiligen Wissenschaftszweig. Graduiertenkollegs werden in der Regel ebenfalls von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. |
| 635/4: Bioinformatik (auslaufend, bis 30.09.2010) |
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| 724/3: Auf dem Weg in die Wissensgesellschaft: Institutionelle und epistemische Transformationen der Wissensproduktion und ihre gesellschaftlichen Rückwirkungen (01.04.2002 bis 30.09.2006); Wissenschaft in Anwendungs- und Beratungskontexten (seit 01.10.2006 bis 31.03.2011) |
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| 844/3: Weltbegriffe und globale Strukturmuster. Ausdifferenzierung und funktionale Diversifikation der Weltgesellschaft (seit 01.04.2003 bis 30.09.2007); Weltgesellschaft - Die Herstellung und Repräsentation von Globalität (ab 01.10.2007 bis 31.03.2012) |
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| 884/3: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit: Ursachen, Phänomenologie, Konsequenzen (seit 01.01.2004 bis 31.12.2012) |
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| 1049/2: Archiv, Macht, Wissen - Organisieren, Kontrollieren, Zerstören von Wissensbeständen von der Antike bis zur Gegenwart (auslaufend, bis 30.09.2011) |
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| Graduiertenkollegs bundesweit, DFG-Übersicht |
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| 881/3: Internationales Graduiertenkolleg Quantum Fields and Strongly Interacting Matter (seit 01.10.2003 bis 30.09.2012) |
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| 1132/2: Internationales Graduiertenkolleg Stochastics and Real World Models (seit 01.01.2006 bis 31.12.2014) |
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| 1134/2: Internationales Graduiertenkolleg EBIM - Economic Behavior and Interaction Models (seit 01.04.2005 bis 31.03.2014) |
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| Graduiertenkollegs bundesweit, DFG-Übersicht |
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Graduate Schools tragen langfristig zur Strukturbildung in Forschung und Lehre bei. In Promotionsstudiengängen mit intensiver Betreuung wird Post-Graduates eine eng an Forschungsschwerpunkte angelehnte Qualifizierung geboten. Veranstaltungen werden überwiegend in Englisch durchgeführt, um die internationale Ausrichtung der Graduate Schools zu unterstützen. |