


Projektlaufzeit: 01.12.2008 - 30.11.2011
Das Projekt „Erforschung und Weiterentwicklung literaler Kompetenzen von B.A.-Studierenden (LiKom)” hat zum Ziel, erstmals fachübergreifende Daten über die Entwicklung wissenschaftlich-literaler Kompetenzen in einem geistes- und einem naturwissenschaftlichen B.A.-Studium bereitzustellen und damit einen innovativen Beitrag zur möglichen Theorie und Funktion wissenschaftlicher B.A.-Studiengänge zu leisten. Andererseits sollen - darauf aufbauend und eng damit verbunden - konkrete Projekte zur Gestaltung und Verbesserung des B.A.-Studiums entwickelt und vorgestellt werden.
In einem weiteren Sinne steht das Vorhaben in einem professionalisierungstheoretischen Rahmen. Im Besonderen wird dabei untersucht, in welcher Weise allgemeine literale Kompetenzen, wie sie bis zum Abitur erworben werden, in eine zunächst geistes- und naturwissenschaftlich-professionelle Kompetenz überführt werden und wie dieser Prozess unterstützt werden kann. Dies wird im ersten Schritt in zwei Fächern - der Germanistik und der Physik - untersucht und in konkrete Gestaltungen der Lehr-/Lernprozesse umgesetzt. Hier wird das Teaching-Assistent-Modell eingeführt und evaluiert. Am Ende der Projektlaufzeit werden die curricularen Anpassungen auf der Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse vorgenommen. In einem zweiten Schritt wird die Untersuchung auf Geistes-, Natur- und Sozialwissenschaften generell ausgeweitet, wobei am Ende ein Katalog von curricularen Empfehlungen zur Entwicklung wissenschaftlich-literaler Kompetenzen stehen soll.
Über welche Lese-/literarischen Rezeptionskompetenzen verfügen B.A.-Studierende der Germanistik zu Beginn des ersten, nach dem dritten und nach dem sechsten Semester? Wie wird mit stilistisch und/oder strukturell ‚fremden’ Texten verfahren? Mit diesen Fragen nimmt das Teilprojekt ein wichtiges Desiderat der (nicht nur) germanistischen Hochschulforschung in Angriff: In einer empirischen Studie sollen über einen Zeitraum von drei Jahren die Entwicklung des Leseverhaltens und der Lese-/literarischen Rezeptionskompetenz von B.A.-Studierenden der Germanistik untersucht werden, und zwar in den Dimensionen:
Eine der dabei zu überprüfenden Thesen ist, dass es vielfach die mangelnde Fähigkeit zur historischen Kontextualisierung ist, die ein Textverstehen erschwert bzw. zu Lektüreabbruch und in der Folge entsprechender Lektürewahl führt. Zu fragen ist daher:
Weiter soll der Zusammenhang zwischen dem Erwerb literaturwissenschaftlichen Wissens (theoretisch, historisch, Fachbegriffe etc.) und der Entwicklung der Lesekompetenz/Lesemotivation in den Blick genommen werden. Ziel des Projekts ist es, auf Basis der Projektergebnisse Vorschläge für Förderprogramme und damit die curriculare Weiterentwicklung leseintensiver B.A.-Studiengänge auch über die germanistische Literaturwissenschaft hinaus zu machen.
Eine entscheidende Qualifikation des B.A.-Studiums ist die Verbesserung und Professionalisierung der schriftlichen Ausdrucksfähigkeit. Die Vermittlung von Schreibkompetenz gehört zu den Grundlagen jeder fachwissenschaftlichen Ausbildung. In der Regel besteht aber eine große Unsicherheit über die erfolgreiche Art und Weise einer solchen Vermittlung von Schreibkompetenz, sowohl auf Seiten der Studierenden als auch der Lehrenden. Aufgrund der offensichtlich herrschenden Defizite waren im Rahmen des Bologna-Prozess stets Überlegungen vorhanden, eine entsprechende Ausbildung in das B.A.-Studium („Schlüsselqualifikationen”) zu integrieren. Eine systematische Erfassung der Schreibkompetenz auf Seiten der Studierenden sowie eine darauf aufbauende erfolgreich Konzeptualisierung einer curricular verankerten Forderung ist bislang nicht erfolgt. In diesem Teilprojekt des BMBF-Projekts „Literale Kompetenzen" soll der Transformationsprozess des schriftlich basierten Wissen und der wissenschaftlich-akademischen Schreibpraxis untersucht und optimiert werden.
Verglichen wird die Schreibkompetenz in einer Geistes- und in einer Naturwissenschaft. Aufbauend auf der Bestandsaufnahme und testweise durchgeführten Schreibtrainings soll untersucht werden, ob es hilfreich oder nötig wäre, spezielle Angebote zur Entwicklung und Entfaltung literaler Kompetenzen für Physikstudierende zu machen. Für die Germanistik stellt sich außerdem die Frage, welche neuen Funktionen ein geisteswissenschaftliches Studium in einer sich verändernden Wissens- und Computergesellschaft ausüben kann, insbesondere im Hinblick auf die dadurch ausgebildeten Experten und Expertinnen für textuell und schriftlich basiertes Wissen.
Obwohl genau die Einübung einer bestimmten Wissenschaftssprache und ihre Abgrenzung von der Alltagssprache und andererseits die immer wichtiger werdende Fähigkeit, Forschungsergebnisse alltagssprachlich vermitteln zu können für die Aufnahme in wissenschaftliche Studiengänge notwendig sind, sind sie so gut wie nicht erforscht. Mit diesem Teilprojekt sollen die sprachlichen Verstehens- und Darstellungskompetenzen von B.A.-Studierenden untersucht werden. Dabei sind folgende Gesichtspunkte zu berücksichtigen:
Darauf aufbauend werden hochschuldidaktische Fördermaßnahmen zur gezielten Unterstützung dieser Kompetenzentwicklung konzipiert und erprobt, damit das wissenschaftliche Niveau eines B.A.- oder M.A.-Abschlusses erreicht wird.
Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
Universität Bielefeld, Fakultät für Physik
AnsprechpartnerIn Universität Bielefeld
Dr. Nadja Sennewald, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
Tel.: 0521/106 - 3686
Mail: nadja.sennewald@uni-bielefeld.de
MitarbeiterInnen
Dr. Ulrike Preußer, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
Seda Civak, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
URL zu dem Projektvorhaben:
http://www.uni-bielefeld.de/lili/projekte/likom/
Link zum Deutsche Bildungsserver:
http://www.bildungsserver.de/zeigen.html?seite=6943
Gefördert durch das BMBF

Ansprechpartner:
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Prof. Dr. Rolf König
Dipl.-Päd. Annette-Christina Kopatz
Universität Bielefeld
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
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